Ein Name für die Katze, ein Dauerauftrag fürs Gewissen
3–5 MinutenDa war sie wieder, diese Werbung. Eine, bei der ich fast schon einen Dauerauftrag fürs Gewissen einrichten wollte.Ein Spendenaufruf. Für eine Organisation. Getragen von bewegenden Bildern einer verlotterten Straßenkatze. Dünn. Wachsam. Irgendwo zwischen Bordstein und Mülltonne. Der Dauerauftrag fürs Gewissen beginnt leise Klaviermusik. Ruhig. Ernst. Diese Art von Ernst, die Pausen macht, damit man innerlich
Blitzerapp-Verbot – mein Smart lacht leise und fährt trotzdem weiter
4–5 Minuten„Smarty“ und das Problem mit der Überraschung Ich fahre einen alten Smart ForFour.Mit weit über 230.000 Kilometern auf der Tachoscheibe. Rückwärtsfahren nicht mitgerechnet.Eine Blitzerapp brauche ich dafür nicht. Nicht aus Vernunft.Nicht aus Tugend. Sondern, weil mein Auto ein philosophisches Verhältnis zur Zeit hat.Kein modernes. Kein digitales.Eher eines, das noch weiß, daß Zeit etwas ist,das vergeht
Die Bilanz der Nacht. Oder: Wie man alles sagt, ohne etwas zu sagen.
2–3 MinutenKaum ist der Rauch verzogen und der Gehweg wieder halbwegs sichtbar, beginnt sie. Die große Bilanz. Die Medien sprechen dann von „der Silvesternacht“. Als wäre sie ein Naturereignis. Ein Orkan. Ein Erdbeben. Etwas, das einfach passiert. Man zählt Verletzte. Sachschäden. Einsatzstunden. Ausgebrannte Mülltonnen. Angegriffene Einsatzkräfte. Und stellt die immergleiche Frage: Wie konnte das nur passieren.
Silvester. Wenn der Krieg ausbricht. Pünktlich. Also ungefähr.
3–4 MinutenEs ist jedes Jahr dasselbe Ritual. Kaum verabschiedet sich das alte Jahr hustend und leicht benommen, beginnt das neue mit einem akustischen Großangriff. Explosionen. Detonationen. Lichter, als hätte jemand beschlossen, den Himmel noch einmal zu belehren, wer hier das Sagen hat. Wobei „pünktlich“ natürlich relativ ist. Denn es geht nicht erst um Mitternacht los. Das
Warum ich mir zu Silvester keine Knochenbrüche wünschen lasse
1–2 MinutenJedes Jahr aufs Neue.Kaum nähert sich der 31. Dezember, wünschen mir Menschen einen „guten Rutsch“. Und jedes Jahr frage ich mich:Wohin eigentlich?Worüber?Und warum auf glattem Untergrund? Ich gehe aufrecht ins neue Jahr.Nicht rutschend.Nicht schlitternd.Nicht mit angezogener Handbremse und Helm. Der „Rutsch“ – ein Wunsch mit Schleudertrauma Sprachlich betrachtet ist der „gute Rutsch“ eine bemerkenswerte Zumutung.Während




